Im Vorfeld war ich mir alles andere als sicher, dass ich gut vorbereitet war - schließlich hatte ich doch einige Wochen Probleme mit dem Ischias sowie Fußprobleme und ein paar Ostheopathiesitzungen und Massagebehandlung hinter mir. Aber ich wollte es, ich wollte wissen, wie es sich anfühlte einen ganzen Tag lang mit meinen Lieblingsdiziplinen beschäftigt zu sein. Also riskierte ich einen Start.

Auf den Ironman trainierte ich eigentlich mehrere Jahre hin, explizit aber 2 Jahre, wo ich fast nur Grundlage mit langen Rad-, Lauf- und Schwimmeinheiten machte. Das wirkte sich natürlich auch auf meine Schnelligkeit aus - die war nicht mehr vorhanden und tat auch extrem weh. Dafür konnte ich ewig laufen, nach 30km machten mir Läufe erst richtig Spaß. Und Radfahrten erst ab 4 Stunden.

Nichts desto trotz wollte ich mich nicht für den geplanten Ironman anmelden, weil ich eigentlich immer irgendwelche Probleme hatte: Mal war es das Eisen, mal das Schwimmen, das gar nicht ging, mal der Ischias, mal die Fußsohle und in der letzten Phase des IM Training alle 4 Dinge zusammen. Und 2 Wochen vorher wurde mir geraten, mich nicht mehr von Milchprodukten und industriell hergestellten Zucker zu ernähren (damit könne mein Eisenproblem gelöst werden). Philipp meldete sich dann 10 Tage vorher an und ich wollte noch einen Arzttermin abwarten, bis ich mich dafür entschied. Am nächsten Tag war ich fest entschlossen mich anzumelden und plötzlich war er ausverkauft - eine Welt brach für mich im ersten Moment zusammen, wollten doch Philipp und ich gemeinsam an der Startlinie stehen. Wofür haben wir uns die letzten Monate und Jahre gemeinsam abgerackert, uns angeschrien, zusammen gelitten und auch gemeinsam hingefiebert? Ich konnte es nicht glauben. Wir schrieben auch sofort an den IM aber natürlich gab es keine Aussicht auf einen Platz, nicht mal dann, als wir jemanden fanden, der seinen Platz nicht in Anspruch nehmen würde. 2 Tage vor Abflug geschah dann ein Wunder, ein riesiges Wunder und ich bekam einen Startplatz. Gleichzeitig so gefreut (ich schrie wie eine Wahnsinnige durch das Büro :D) und so Panik hatte ich noch nie. Am Dienstag ging ich noch zur Massage, der Masseur meinte ich sollte abklären, ob ich eh keinen Bandscheibenvorfall hätte - tolle News 5 Tage vorm Ironman. Jedoch bewirkte die Massage Wunder, mir tat bis Samstag vor dem IM gar nichts weh.

Am Tag vor dem Ironman ging ich noch 30min Radfahren und musste feststellen, dass meine gestauten Schmerzen geballt an diesem Tag rauswollten, ich konnte kaum sitzen und treten, es schmerzte extrem in meinem Hinterteil. Nach der Einheit konnte ich kaum gehen und ich war am Boden zerstört - konnte ich überhaupt teilnehmen? Am Abend versuchte ich noch alles - dehnen, rollen, Voltaren, doch die Schmerzen spürte ich leider auch noch am nächsten Morgen. Mit meiner Laune steckte ich natürlich auch noch Philipp an, der sich auch nicht auf seinen Start konzentrieren konnte, was ich eigentlich nicht wollte, aber es war nun halt auch nicht einfach ein Sprint Triathlon, sondern eine Langdistanz, noch dazu meine erste. Irgendeine höhere Macht wollte anscheinend einfach nicht, dass ich startete.

Durch die 2 Wechselzonen an verschiedenen Orten war die Zeit vorm Start auch sehr knapp, weil man zum See nur mit einem Bus kam, der nicht oft und nur von bestimmten Hotels wegfuhr und auch noch eine halbe Stunde hinbrauchte. Ein Klogang ging sich auch nicht mehr aus, was psychisch auch nicht das Beste war. Einschwimmen und Neo fluten ging sich gerade noch so aus und dann gings auch schon zur Startlinie. Es war ein Rolling Start (danke für diese Erfindung!) und ich reihte mich bei 1:15 ein, was schon sehr optimistisch war, weil ich beim Schwimmen die Wochen davor einfach nichts Schnelleres als 2:10/100m zusammenbrachte, aber ein Versuch war's wert.

Da ich in den Wochen zuvor herausfand, dass mein Problem im 2er Zug lag, weil ich da zu wenig Druck aufbaute und zu hektisch schwomm, beschloss ich 4er Zug zu schwimmen, da dies mein Standard Zug ist (3er schwimm ich nie) und ich mich da am sichersten fühlte. Ich kam sofort in einen Rhythmus, der sich ruhig, aber doch zügig anfühlte. Ich überholte von Anfang an gefühlt alle um mich herum und verstand es einfach nicht. Anscheinend hatten sich alle zu gut eingeschätzt. Umso weiter wir in den kristallklaren See hineinschwommen, desto welliger wurde es durch den Wind. Doch mir bereitete das Schwimmen so viel Spaß, dass die Wellen nebensächlich waren. Als ich bei der ersten Boje ankam zum ersten Abbiegen, piepste auch meine Uhr für die 1.500m. Dann waren 600m, dann 300m und dann wieder 1.100m zum Schwimmen - auf der Länge trieb ich leider durch den Wind mit ein paar anderen komplett ab und musste die letzte Boje von sehr weit draußen anschwimmen. Dann waren nochmal 300m zu schwimmen bis zum Ausstieg - da stieg ich noch auf einen 2er Zug um, um nochmal alles zu geben. Meinem Gefühl zufolge schwomm ich an die 1Std20min herum, als ich die Uhr erblickte schrie ich erstmal freudig auf - da standen doch tatsächlich 1Std10min und ein paar Sekunden - ich konnte es nicht glauben und jubelte. Der Neo ging wie von alleine runter, ich schnappte mir mein Sackerl, steckte alles Wichtige ein, Helm auf und ab zum Rad.

Am Rad hatte ich sofort wieder die Schmerzen in meinem Hinterteil, aber es war mir einfach so egal - ich hatte die 3,86km in 1 Stunde und 10 Minuten geschafft. Ich nahm die ganze Kraft aus dieser Zeit und dem guten Gefühl - eigentlich war mir in dem Moment alles egal, ich hatte eine mega Schwimmzeit (für mich), die mir niemand wegnehmen konnte. Also radelte ich dahin und redete mit mir selbst, wie genial doch alles wäre und kommentierte jedes meiner Überholmanöver. Nach ca. 20km war der Schmerz dann plötzlich weg, ich spürte es zwar noch, aber es behinderte mich nicht. Anscheinend musste der Muskel erst auf Betriebstemperatur kommen. Ich trat in die Pedale als gab es kein morgen und es machte mega Spaß. Die Zeit verging auch wie im Fluge, weil ich dauernd etwas zu tun hatte. Alle 20 Minuten gab es entweder einen halben Riegel oder Iso. Aus dem Grund hatte ich immer entweder zum Nachdenken, was ich als nächstes essen oder trinken musste oder ich war beschäftigt mit essen. Die erste Runde (von 2,5) verging extrem schnell. In der zweiten beschloss ich wieder eine Banane zu nehmen, doch dieses Mal bekam ich eine ganze ungeschälte in die Hand gedrückt (in der Runde davor bekam ich eine halbe geschälte). Gerade als ich überlegte, wie ich das jetzt angehen würde, sie zu schälen und zu essen und wohin ich die zweite Hälfte gäbe, fuhr ein Technical Official neben mir her, um mich und meine Banane zu beobachten. Also begann ich sie mal zu schälen und aß die Hälfte. Zuerst probierte ich sie in meine Rückentasche zu geben, schaffte ich aber nicht, dann in mein Oberrohrfach, das schaffte ich auch nicht, weil es zu schmal war. Dann hielt ich sie in der Hand und wollte sie später essen, aber das Motorrad blieb immer an meiner Seite, sie waren sich sicher, dass ich die Banane wegwerfen würde, was ich aber eigentlich gar nicht wollte, weil für mich Littering einfach gar nicht geht. Nach weiteren 5min ging mir das Motorrad so auf die Nerven, sodass ich mir die blöde Banane einfach runterstopfte und das gleiche Spiel wieder mit der Schale spielte, aber ich schaffte es auch nicht diese in die Rückentasche geschweige in das Oberrohrfach zu geben. Dann kam mir die Idee - mein Trinksystem hatte oben ja eine Öffnung. Also stopfte ich die Bananenschale da rein und die Technical Officials staunten nicht schlecht - es hielt auch 500m später noch. Also ließen sie mich in Ruhe und fuhren weg. ENDLICH!

Bei der nächsten Labestation warf ich die Schale weg, jedoch war das meiste davon in der Flasche verschollen. Wäh (ich hatte übrigens noch lange etwas von dem Bananengatsch :D). Ansonsten gibt es nicht viel von der Radstrecke zu berichten, außer dass sie eigentlich sehr wellig, windig, aber trotzdem gut dahin ging. Kurz vor dem Ende ging es noch durch die Innenstadt von Vitoria-Gasteiz und dann durften wir absteigen und das Rad den Helfern zurollen. Apropos absteigen, das war auch ein Erlebnis für sich. Nach 5 Stunden 30 Minuten (ich glaubte meinen Augen kaum, denn ich hatte eher mit 6 Stunden gerechnet) war ich schon aufgeregt, wie sich das Absteigen für meine Beine wohl anfühlen würde. Also stieg ich vorsichtig ab und war ganz erstaunt, dass ich nicht zusammensackte. Doch ich hatte mich zu früh gefreut, dann dann kam der zweite Schritt und der ließ mich kerzengerade nach vorne fallen und konnte nichts tun, die Muskeln gaben einfach nach. Irgendwie konnte ich mich im letzten Moment noch fangen und musste glücklicherweise nicht den Boden küssen. Dann ging es humpelnd durch eine kleine Gasse zur zweiten Wechselzone, in der die Menschen rechts und links alle abklatschten und wie wahnsinnig jubelten und schrien. Ich zog mir meine Schuhe an und los gings auf die Laufstrecke.

Da war er nun, der Marathon. Ich spürte meinen Hintern von Anfang an, aber zum Glück nur leicht. Ich konnte es mir einfach nicht vorstellen jetzt noch einen Marathon zu laufen. Aber ich musste es zumindest versuchen. Dann kam ich in der Innenstadt in eine schmale Gasse, in der die Leute schrien, abklatschten, jubelten und mich als Frau nochmal 10x so arg anfeuerten. Durch diese Motivation und meine Gänsehaut lief ich gleich mal mit sub 5:00 los, was für einen Marathon im Ironman einfach zu schnell für mich war. Es ging eigentlich ganz gut dahin, Schritt für Schritt.Problematisch wurde es dann bei KM 20, weil da trank ich ein viel zu wenig verdünntes Iso und mein Bauch begann schon nach 3 Schritten zu grummeln an. Ich erinnerte mich an die Klos, die es unterwegs gab und war wieder beruhigt. Doch ich wusste nicht mehr genau, wo diese waren, also lief ich weiter und hoffte auf eine schnelle Erlösung. Nach 2 KM kam dann endlich das Klo, ich entblößte mich schon halbnackt, um schneller fertig zu sein. Dann sah ich die Männerschlangen vor den 3 Klos und zog mich wieder an - so viel Zeit wollte ich nicht verlieren. Also lief ich weiter und hoffte auf weitere Klomöglichkeiten. Aber sie kamen einfach nicht und mein Bauch explodierte fast. Nach weiteren 5km sah ich es dann endlich. Das wunderschöne mich rettende Klo. Also lief ich hin und es waren schon wieder alle besetzt, bis auf eines, das gerade geputzt wurde. Ich schrie den Spanier an, dass ich explodiere, wenn er nicht gleich aus dem Klo rausgehen würde. Er meinte, er muss noch fertig putzen. Ich konnte ihn erst überzeugen, als ich ihn anschrie mit "Nach mir musst du sowieso wieder putzen" :D So schnell konnte ich gar nicht schauen, wie er draußen war.
Nach dem Klogang ging es wieder eine Spur besser, aber meine KM wurden laut Uhr immer langsamer und ich sah die sub 4 Stunden schon an mir vorbeiziehen. Meine Motiviation wurde dadurch auch immer kleiner und ich humpelte nur mehr dahin, weil es einfach nicht schneller ging. Bis dann Philipps Papa kurz mit mir mitlief und mir sagte, dass ich super in der Zeit war und locker die 4h schaffen würde. Ich schrie ihn nur an und meinte "mit 6:45/km kann sich das nicht ausgehen". Er meinte, dass ich noch sub 6:00 lief. AHA. Seltsam. Als ich dann beim nächsten Kilometerschild war, sah ich dass auf meiner Uhr ganze 2km fehlten. Aber durch das Hin und Her auf den Straßen (teils lief man 4x Hin und Her auf einer Straße) und durch die engen Gassen in der Innenstadt wurden überall die Ecken weggeschnitten. Also war ich doch auf Kurs und kämpfte mich nochmal auf den letzten 4 KM ab. 2 Kilometer vor Schluss bekam ich nochmal so einen richtig schönen Krampf im linken Bein, sodass ich es nicht mehr selbst steuern konnte und es sich von allein immer so nach vorne schleuderte. Ich wollte aber nicht nochmal stehen bleiben und humpelte mit dem seltsamen Bein weiter. Auf den letzten Metern fiel mir eine mega Last ab. Aber war es das jetzt wirklich? Irgendwie so unspektakulär. Keine richtigen Hürden. Dann sah ich den Zielkanal und konnte es nicht fassen. ICH HATTE ES GESCHAFFT. Und schön hörte ich den Satz aller Sätze: "Sabine, you are an IRONMAN"
Da war noch alles gut, dann sah ich Philipp, der im Ziel stand und es einfach nicht packte, dass ich es geschafft hatte. Er nahm mich in die Arme und sagte mir dauernd, wie stolz er auf mich und vor allem auf die mega Zeit von 10 Stunden und 44 Minuten war. Ich hatte solche Glücksgefühle wie noch nie. Es tat mir auch nichts weh und ich konnte normal gehen. Aber dann machte ich den Fehler und setzte mich hin bzw legte mich hin - da bekam ich dann so eine Hitzewallung, die sich anfühlte als würde mein Kopf brennen. Ich lag da wie eine Leiche, aber alle kümmerten sich mega um mich und gratulierten mir und jubelten mir zu - einfach nur weil ich eine Frau war. Wie oft ich an dem Tag "Respekt, dass du das als Frau machst", "Wow, was für eine Zeit für eine Frau" usw. hörte.

Als ich mein Handy bekam, hatte ich über 200 neue Nachrichten mit Glückwünschen. Ich konnte es nicht glauben, dass so viele Leute live mitgefiebert hatten. Bis heute bin ich noch überwältigt von dem Tag, den Emotionen, der Freude, die ich währenddessen hatte. Vor allem konnte ich am nächsten Tag normal gehen, im Gegensatz zu meinem ersten Marathon. Ich war auch innerhalb von 2 Wochen komplett regeneriert. Und was tat ich als Erstes nach meinem ersten Ironman? Genau, ich meldete mich für meinen zweiten an in Frankfurt. Leider ist meine Verletzung hartnäckiger als gedacht, also weiß ich noch nicht, ob ich starten kann - also drückt mir bitte die Daumen, denn ich würde gerne nächstes Jahr über ein mindestens so wundervolles und beeindruckendes Erlebnis schreiben dürfen.
Inzwischen kennen viele die Laufschuhe von der Schweizer Marke On - vor allem Modelle wie der Cloud, der Cloudflow und der Cloudsurfer sind vielen ein Begriff. Vor Kurzem kam ein neues Modell namens Cloudswift auf den Markt und ich durfte ihn noch Tage vor der Markteinführung testen. Meine Gedanken dazu könnt ihr hier nachlesen.

Der erste Eindruck

Als ich den Schuh zum ersten Mal in den Händen hielt, sah ich ihn auch gleich wirklich zum ersten Mal. Er sah anders aus, als man bisher von den On Schuhen gewohnt war: Keine Zunge, nahtlose Verarbeitung, seitliche Verstärkung aus einer Art Gummi. Wenn man jetzt nur diesen Text liest, formt sich jetzt vielleicht bei manchen der Adidas Ultraboost im Kopf. Jedoch ähnelt der Cloudswift optisch dem Ultraboost maximal im Einstieg. Den habe ich natürlich gleich ausprobiert.

Im ersten Moment dachte ich mir, dass der Schuh ein Problem bezüglich des Halts werden könnte, weil er sich sehr locker anfühlte. Sonst fühlte er sich in der Zehenbox geräumig (seitlich und nach oben) und sehr bequem an. Weiters fiel mir auf, dass das Speedboard an der Sohle nicht wie gewohnt durchgängig verläuft, sondern nur bis zur Mitte. Auch die Clouds sind ein wenig anders geformt und angeordnet - ich schätze mehr auf Kieselsteine optimiert ;) An der Ferse ist das Wort Helion gedruckt - meine Vermutung dazu war, dass es sich dabei um ein neues Dämpfungsmaterial handelte.

Raus zum Laufen

Natürlich musste ich sofort eine Runde drehen. Das interessante an dem Schuh war ja, dass ich wirklich gar nichts über ihn wusste - war er ein schneller, gedämpfter, stabiler, bequemer oder sogar ein Lifestyle-Schuh? Keine Ahnung. Ich musste es herausfinden. Verblüffenderweise saß der Schuh perfekt an meinem Fuß, wie ein Socken, und zeigte einen sehr guten Halt - an der Ferse sowie am Mittelfuß. Nach den ersten Kilometern dachte ich mir "Hart, aber herzlich", weil er sich leicht, direkt und trotzdem gedämpft sowie reaktionsschnell anfühlte - zum Teil tat mir zweitweise auch ein wenig der Ballen weh. Nach dem 3. Lauf stellte sich aber heraus, dass ich den Schuh erst etwas einlaufen musste und sich ab dem Zeitpunkt nicht mehr ungewohnt am Ballen anfühlte, sondern richtig bequem und weich. Weiters fand ich heraus, dass man den Schuh aufgrund der nicht vorhandenen Nähte auch barfuß laufen und aufgrund der nahtlosen Zunge auch schnell reinschlüpfen kann - also auch ein guter Kandidat für den Triathlon. Die Fersenkappe bietet einen extrem guten Halt, welchen man nicht durch Druckstellen o.ä. spürt.

Als ich auf Mallorca bei Hitze lief, fiel mir auf, dass er atmungsaktiv und sich nicht heiß anfühlte, genauso merkte ich auch in Frankreich bei Kälte und Regen, dass das Mesh keine Kälte durchließ, sondern sich angenehm anfühlte. Auch bei Nässe war er noch immer reaktionsschnell und zeigte Grip.

Nach meinen ersten Läufen war mein Fazit, dass der Schuh vor allem für mittelschnelle, aber auch längere Trainingsläufe auf der Straße sowie ein guter Marathon- bzw. Ironmanschuh wäre. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie neugierig ich war, ob ich recht hatte ;)

Der offizielle Release 

Ein paar Tage später kam der Schuh dann offiziell auf den Markt mit der Beschreibung "Erobere die Stadt in einem leichten, schnellen Schuh, der vollen Schutz vor der Straße bietet. Mit Helion TM-Superfoam für maximale Leistung in urbaner Umgebung." - Ich würde mal sagen, 100 Punkte und auch das Gefühl, dass der Schuh erst eingelaufen werden musste, bestätigte sich, weil er sich wirklich seit dem 3. Lauf weich läuft.

Laut On soll er besonders langlebig sein, was ich wohl erst in einigen Monaten beurteilen kann - wir werden sehen.


Fazit

Ein Schuh, in dem man sich sofort wohl fühlt, der extrem leicht ist, obwohl er gute Dämpfung bietet und sich neben seiner Funktion als Laufschuh auch als Lifestyle-Schuh anbietet. Sicher ein Schuh, der zu meinen Favoriten gehören wird.

Gewicht: 260g (Gr 40)
Kategorie: neutral
Sprengung: 7mm
Preis: 159,95
Link: Cloudswift





Genau 6 Monate sind jetzt seit meinem ersten Marathon vergangen. Erst nach dem Südsteiermark Triathlon Ende August habe ich gespürt, dass ich die Spuren des Marathons überwunden hatte (über 2 Monate). Ja okay, ich habe nach 4 Wochen auch meine erste Mitteldistanz gemacht, aber diese war nicht mal annähernd so intensiv wie der Marathon.

Aus diesem Grund gibt es zu diesem Blogartikel auch zwei Teile. Nicht, weil ich noch mehr von meinem ersten Marathon sprechen möchte, nein, ich möchte allgemein über das Thema Marathon reden. Eigentlich darüber, warum jeder heutzutage, der ein bisschen läuft, sich einbildet einen Marathon laufen zu müssen.

Man beginnt zu laufen - die erste Herausforderung ist es einen, zwei, drei, vier, fünf Kilometer durchzulaufen, am besten bei einem Volkslauf. Kaum ist der geschafft, wird über einen 10km Lauf nachgedacht. Beinahe kotzend und mit Krämpfen im Ziel angekommen, wird schon im Zielbereich am Handy die Anmeldung für den Halbmarathon ausgefüllt - vlt nicht ganz so plakativ, aber im Großen und Ganzen läuft es so ab.

Aber warum will man immer mehr? Braucht man den Nervenkitzel? Will man sich etwas beweisen? Oder den anderen Leuten? Wenn ja, wem? Denen, die nicht laufen, um ihnen ein “Boah” rauszukitzeln oder um mit den anderen, die schon solche Distanzen absolviert haben, mitzuhalten? Die Frage muss jeder für sich selbst beantworten. Ich kann nur sagen, dass ich persönlich nie viel von dem “Weiter, Höher, immer mehr-Gedanken” gehalten habe. Ich bin eher der “schneller, besser”-Typ, aber nicht, um jemanden etwas zu beweisen, weil Anerkennung war noch nie so mein Ding - das ist mir sogar eher etwas peinlich. Ich möchte auch mir selbst nichts beweisen, ich will nur rausfinden inwieweit ich meinen Körper immer weiter trainieren kann und mit wie viel Zeitaufwand sich Fortschritte erzielen lassen. Klar habe ich mit 5km-Wettkämpfen begonnen, habe mich auf 10km gesteigert. Der Halbmarathon hat bei mir einige Jahre gedauert, weil ich das meinem Körper einfach nicht zugetraut habe, weil verletzt sein wollte ich danach auf keinen Fall, um genau zu sein nach 5 Jahren Lauftraining. Und dabei kam damals eine 1:48er Zeit raus.

Gerne wird mir nachgesagt, dass ich nur so “gute” Zeiten laufe, weil ich sportliche Gene habe bzw. ich für’s Laufen geboren wurde. Hahaha, dass ich nicht lache - ich hab vieles, aber Talent sicher nicht. Ich war bis 2008 der faulste Sack auf Erden und habe mir seitdem alles hart erarbeitet mit Ehrgeiz, Durchhaltevermögen und Fokus auf die Ziele, die Sinn machen. Mit einem Beckenschiefstand, einer nicht-S-förmigen Wirbelsäule und einer zu kleinen Hüftpfanne ist laufen auch sicher das unoptimalste für mich - wie viel und oft ich mit Ärzten diskutiert habe... Aber ich habe viel Krafttraining, alternative Sportarten etc. gemacht, damit ich ohne Probleme und Schmerzen laufen kann.

Nach dem ersten Halbmarathon hatte ich gar keine Lust mehr darauf, weil es einfach lang war, ich einen mega Muskelkater hatte und mir einfach keinen Spaß machte, weswegen ich mich wieder mehr auf schnellere 5 und 10km Zeiten fokussiert hatte. Während andere Personen hier vlt über einen Marathon nachgedacht hatten, war ich so auf “nein, Marathon interessiert mich nicht”. Es folgte dann pro Jahr ca. ein Halbmarathon, der mein Saisonziel war und bei dem ich mich meist um 3-5 min verbesserte.

Ja natürlich habe ich einen Marathon gemacht, aber auch erst wieder 4 Jahre später und ich war alles andere als davon überzeugt. Ich hatte mich nur dafür angemeldet, weil wir es als Staffel gemacht hatten und ich es nicht nur für mich, sondern auch für meine Kollegen gemacht habe. Und weil ich nächstes Jahr meinen ersten Ironman machen möchte und ja, leider läuft man da zum Schluss einen Marathon. Warum ich genau die längste Distanz machen möchte, wenn ich gerade darüber rede, dass ein Marathon nicht die beste Wahl ist, wenn man erst wenige Jahre läuft? Weil ich einerseits seit 10 Jahren laufe, seit 4 Jahren Triathlon mache und ca. 15 Stunden im Durchschnitt pro Woche dafür trainiere. Mein Trainer sagt mir schon seit 2 Jahren, dass ich dafür bereit bin, aber bisher hatte ich mich dafür nicht bereit gefühlt. Aber seit meinem Marathon, der weh tat, der mich eine Woche keine richtigen Bewegungen ausführen ließ, der meinen Körper 2 Monate ins Abseits schoß und mein VO2max bis heute nicht mehr da war, wo er schon davor war, wusste ich, dass ich davor unbedingt noch Radeln möchte, weil ich finde, dass das Laufen einfach leichter geht, wenn man schon “aufgewärmt” ist..das Schwimmen brauch ich nicht, aber ja das gehört halt dazu ;) Und ich bin ja doch schon in die Jahre gekommen und meine innere (Trainings-)Uhr tickt - und davor wollte ich für meinen Papa einen Ironman finishen (und natürlich auch für mich), weil er noch immer ganz perplex ist, wie seine faule Tochter jetzt so sportlich sein kann. Und was dann passiert - wir werden sehen.

Was ich aber eigentlich sagen möchte: Überstürzt nichts, denkt immer an euren Körper. Der menschliche Körper ist zwar ein Wunder, aber Sehnen, Bänder, Knochen können sich nicht innerhalb von Monaten an die trainierten Kilometer anpassen. Das dauert meist mehrere Jahre. Ich kenn einige Leute, die sich mit ihrem ersten Marathon mehr zerstört haben, als dass es ihnen etwas gebracht hat. Auch, wenn sie es nie laut ausprechen würden, bereuen sie es, weil sie jetzt eingeschränkter sind - Schmerzen bzw. Überbelastungen kommen schneller bzw. Häufiger. Sie sind öfter krank und können sich an kürzeren Distanzen nicht mehr erfreuen. Vor allem ist es auch ein großer Unterschied ob man einen Marathon in 5 Stunden läuft oder in 3 Stunden - jetzt denkt ihr euch sicher “ja aber 42km sind 42km” - das ist richtig, aber ob der Körper 3 Stunden oder 5 Stunden belastet wird, ist ein riesen Unterschied, denn umso länger man unterwegs ist, desto unkonzentrierter wird man und die Technik wird schlampiger woraus Verletzungen entstehen können.

Klar hatte ich ein mega Glücksgefühl in mir als ich den Marathon geschafft habe und war sehr stolz, aber ehrlicherweise hatte ich genau das gleiche Gefühl als ich zum ersten Mal 5km durchlaufen konnte oder zum ersten Mal im Training einen 30er gelaufen bin.

Glücksgefühle kann man auf viele Weisen erlangen - es muss nicht gleich ein Marathon sein. Aber natürlich kann es auch ausgerechnet ein Marathon sein, aber dann denkt mal ein wenig drüber nach, welche Belastung dies für euren Körper darstellt und ob es euch das wert ist. Wenn ja, dann überlegt euch einen Langzeitplan und setzt einen Marathon zu einem vernünftigen Termin als Ziel fest. Ob dieser dann in einem, zwei oder in fünf Jahren im Kalender steht, hängt vom jeweiligen Trainingszustand ab. Und mal unter uns gesagt - der Marathon rennt euch nicht davon, wenn dann rennt ihr zum richtigen Zeitpunkt der Uhr davon ;)

10 Tage sind seit meinem Marathon-Debüt bei der Challenge Roth als Staffelmitglied vergangen. Diese 10 Tage waren notwendig, um einen nüchternen Blick auf das Ganze zu erhalten. Warum? Weil jetzt mal das ganze Adrenalin aus meinem Körper gewichen ist und auch die Schmerzen endlich weg sind.


Wie alles begann...

Aber mal von Anfang an. Am Montag vor einem Jahr hatte ich mich eigentlich spontan entschieden einen Staffelplatz in Roth zu ergattern - eigentlich nur, weil Philipp und Kai nach ihrem ersten Ironman und ersten Langdistanz-Rausch entschieden haben, gleich eine zweite dranzuhängen. Ich war mir eigentlich fast sicher, dass ich keinen Platz bekommen würde, aber ich wurde eines besseren belehrt und stand da nun, mit einem Staffel-Slot und 595€ weniger am Konto. Eigentlich wollte ich am liebsten die 180km radeln, das Schwimmen fiel sowieso weg, weil mir das ganze Drumherum für eine Stunde mit einer Disziplin, die nicht so geilist,wie die anderen beiden, zu aufwendig wäre und irgendwie fühlte ich mich noch immer nicht bereit für einen Marathon - und das, obwohl ich eigentlich schon seit 2009, also 9 Jahren das Laufen trainiere (seit 2010 mit Trainingsplan und seit 2014 mit Trainer(n)). Da sich aber niemand für einen Marathon bereit erklären wollte und ich wusste, dass ich mich nicht ewig davor drücken konnte - ich möchte ja schließlich auch irgendwann eine ganze Langdistanz machen - machte ich es und Jakub übernahm den Radpart. Kurz darauf fanden wir auch einen Schwimmer, der es sich jedoch kurz vorm großen Tag wieder umentschied, doch zum Glück sprang in letzter Sekunde ein Teamkollege vom Team Zoot für ihn ein.


Mein Training für den ersten Marathon

Mein Training im Vorfeld lief eigentlich gut - vor allem in der Zeit, in der ich nicht arbeitete (Dez-März), konnte ich viel an der Grundlage feilen. Zum Glück blieb ich in der Zeit trotz großem Umfang verletzungsfrei und konnte einen Tag bevor ich wieder in die Arbeitswelt zurückkehrte mein gutes Gefühl mit einer Halbmarathonzeit von 1:33:29 bestätigen. Doch dann wurde es stressig und es blieb nicht mehr viel Zeit für’s Training. Ab da standen kaum mehr Long Jogs am Plan und die Läufe waren meist nur Koppelläufe oder Intervalle bei unserer Teamballerei. Ein 34er und ein 30er standen im unmittelbaren Vorfeld noch am Plan, die ich super wegsteckte - ohne Durchhänger oder Muskelkater danach. Dies Umstände gaben mir die Sicherheit, dass ich den Marathon laufen konnte. Nur mit der angestrebten Pace von 4:59/km war ich mir nicht so sicher, weil es eine Pace war, die ich nie lief - entweder war das Training um einiges schneller oder langsamer (so soll es auch sein, aber man fühlt sich dadurch unsicher).

Eine Woche vor der Challenge Roth machte ein Team Zoot Kollege beim Austria Xtreme Triathlon mit, bei dem ich mit ihm einen kleinen Teil (ca. 7km) mit ihm mitlief. Hier liefen wir gemeinsam ca 4:55/km und es fühlte sich mega gut und locker an - dies gab mir das letzte Stück Selbstvertrauen und Sicherheit, das ich noch benötigte.

Innerlich war ich extrem entspannt und ich freute mich so sehr auf Roth, das Event, meine Teamkollegen, die Stimmung, das Drumherum. Ich hatte irgendwie dauernd das Feeling, dass ich nur eine Supporter-Rolle spielte, definitiv aber nicht, dass ich an dem Tag selbst eine Rolle spielen werde. Philipp meinte dauernd nur - du wirst erst nervös werden, wenn du dein Startsackerl in Händen halten wirst. Aber nicht mal da war ich es.

Der Tag X

Die Tage davor waren eigentlich mega stressig und ich war dauernd fertig von der Hitze und dem vielen Herumgerenne. Am Tag X ging es für mich und Jakub um 5:30 von Nürnberg nach Roth. Ich wusste, dass es für mich ein langer Tag werden würde. Die “Supporter-Kilometer” davor machten mir etwas Sorgen, weil ich mich kannte - ich musste Kai und Philipp einfach auf der Strecke unterstützen sowie unsere Staffelmitglieder. Nervös war ich aber nicht, als Philipp und Kai starteten. Nervös war ich nicht, als unser Schwimmer Chris wegschwomm und wiederkam. Auch nicht als Jakub wegfuhr und auch nicht als ich mich in die Wechselzone 2 für meinen Start begab. Irgendwie relativierte sich alles für mich, denn die Teilnehmer mussten ALLES machen - 3,8km schwimmen, 180km radfahren und 42,2km laufen und nicht nur wie ich einen LULU-Marathon machen. Ich denke, dass das auch der Grund war, warum ich keine einzige Sekunde nervös war. Als dann Jakub in die Wechselzone einbog, freute ich mich richtig und lief los - und gleich mal falsch abgebogen, aber zum Glück gleich bemerkt und kehrte schnell um. Dann lief ich mit einem riesen Smile und musste mich bremsen, da es gleich mal bergab ging. Nach ca. 5km kam mir auch schon Philipp entgegen und 200m weiter Kai - beide nicht sehr begeistert. Gefühlt grinste ich sie nieder, ich fühlte mich gut und es lief einfach perfekt. Kurz vorm Kanal war ein Hotspot mit sehr vielen Leuten, die Party machen und mich anfeuerten, als würde ich gerade den Sieg holen. Ich grinste noch mehr und feierte gröhlend mit :)


Am Kanal fand ich einen Mitläufer, der genau mein Tempo lief und schloss mich ihm an - bis ca. KM 12, dann war er plötzlich bei einer Verpflegungsstation weg. Übrigens waren ca alle 2km Verpflegungsstationen mit Schwämmen, Getränken, Gels und Essen, was wirklich mega war. Vor allem die Schwämme wechselte ich bei jeder Station und steckte sie mir in meinen Trisuit (ja ich lief im Trisuit - denn ich brauchte ihn wegen den Schwämmen und den Fächern) und trank immer Wasser oder Iso. Nach 14,5km nahm ich das erste Gel, obwohl ich nicht unbedingt das Gefühl hatte, dass ich es brauchte - aber sicher ist sicher. Das Tempo von ca 4:50/km fühlte sich locker an und mein Puls war für meine Verhältnisse sehr niedrig. Nach 21,1km hatte ich gerade mal das Gefühl als wäre eine halbe Stunde vergangen. “Jetzt geht’s los” dachte ich mir, weil es fühlte sich nicht anstrengend an.

Nach 25km dachte ich mir “Was kann ich allen von meinem ersten Marathon erzählen, bis jetzt ist einfach nichts passiert” aber hatte gleichzeitig die Worte im Kopf “bei einem Marathon kann so viel passieren”. Nach 26km dachte ich mir “Marathon wird meine neue Lieblingsdisziplin, das ist ja wie ein Long Jog”. Und dann kam Kilometer 27... Plötzlich zog es sehr unangenehm am linken seitlichen Oberschenkelmuskel und ich ahnte schlimmes - es fühlte sich so an, wie letztes Jahr bei meinem Runners Knee, aber kaum dachte ich daran, begannen meine beiden vorderen Oberschenkel zu brennen und zwar von Schritt zu Schritt immer mehr. Es fühlte ich an als würde ich seit 5 Minuten einen Wallsit machen und die Oberschenkel fingen zum Streiken an. Ich wusste nicht, was ich machen sollte, also lief ich einfach weiter, in der Hoffnung, dass meine Oberschenkel einfach mit Schmerzen weitermachen würden. Ab KM 33 ging es dann steil bergauf und ich hoffte, dass es vlt durch die andere Bewegung besser werden würde, aber nein, es wurde nur noch schmerzhafter. Aber zumindest hatte ich nur mehr 9km vor mir und ich hoffte, dass meine Oberschenkel mich auch ins Ziel brachten.

Aber wo es raufgeht, geht’s auch runter. Ganz oben ging es dann um einen Teich herum, auf gleichem Weg wieder zurück. Als es dann bergab ging, dachte ich, ich musste sterben. Die Schmerzen waren noch schlimmer, weil ich jeden Schritt mit meinen Oberschenkel abfangen musste. Ich lief runter wie auf weichen Eiern und schaffte gerade mal eine Pace von 4:59/km - langsamer als meine bisherige Durchschnittspace. Ich warf mir noch mein letztes Gel - Xtreme Koffein - ein, in der Hoffnung, dass ich noch irgendwie bis zum Ende durchbeißen konnte. Plötzlich fing mein Herz richtig zu rasen an und ich spürte das XTREME in dem Gel, aber meine Beine konnten nichts mit dem Gel anfangen - ab jetzt merkte ich, wie die Muskeln immer mehr streikten und ich wirklich mental kämpfen musste, nicht stehen zu bleiben vor lauter AUA! Bei KM 39 kam Philipps Papa für ein paar Meter mit und meinte “Wann bist du gestartet?” “Um 15:10” “Dann gehen sich die 3:30 knapp aus, wennst jetzt weiterlaufst”. Ich bemitleidete mich zum ersten Mal in dem Rennen und sprach es zum ersten Mal aus “Ich hoffe, weil ich hab so große Schmerzen, meine Muskeln wollen nicht mehr”. Gefühlt konnte man zum allerersten Mal meinen Schmerz im Gesicht ansehen, weil ich alles verzog. Ich kämpfte und kämpfte mit dem Ziel vor Augen.


500m vor dem Ziel wartete meine Staffel auf mich und es ging über Wiese und ich stolperte nur so herum. Und schon war da die letzte Kurve und ich zog das Tempo nochmal an und da wars - das langersehnte Ziel. Das Ziel, auf das ich seit 9 Jahren hingearbeitet hatte. Das Ziel, das ich mir niemals zugetraut hatte. Das Ziel, das mir keiner mehr nehmen kann. Das Ziel, auf das ich aufgrund der Umstände mega stolz bin. Das Ziel, das ich in meinem Leben nie wieder vergessen werde.

Im Ziel angekommen...

... fiel ich einfach seitlich komplett wie versteinert um. Die Helfer fragten mich, ob eh alles okay war. Mit einem Grinser lag ich da, wie ein Käfer, der sich nicht mehr rühren konnte. “Ja, sagte ich, aber ich komm nicht mehr auf”. Sie versuchten mich aufzuhieven, aber immer über die Beine und ich schrie, weil das waren höllische Schmerzen. Schnell ließen sie mich los und ich lag wieder da. 3 Versuche später schrie ich, dass es so nicht ging. Ich musste meine Beine dagegen stemmen, sonst ist das Gewicht immer auf meinen Oberschenkeln. Also stemmte ich mich mit den Beinen dagegen und Jakub zog mich auf. Ich schaute auf die Uhr und ließ einen Jubelschrei los - da standen doch echt 3:27:20 auf der Uhr (inkl Wechselzone)...ich konnte es kaum fassen. Ich hatte es geschafft - viel schneller als ich mir es erträumt hatte. Ich war einfach nur geflashed von allem. Es war einfach alles nur schön, wie auf Drogen (also so denke ich, das Drogen wirken könnten ;)) Und dann realisierte ich den Schmerz, der noch schlimmer war, als während dem Laufen. Gehen konnte ich nur mehr im Mäuseschritt. Meine linke “Zeigezehe” fühlte sich an, als würde der Nagel am Schuh oben festhängen, meine rechte fühlte sich an, als wäre eine fette Blase am heranwachsen. Alle wollten, dass ich mich hinsetzte, das ging aber einfach nicht. Auf die Massageliege kam ich auch nicht rauf, geschweige denn wieder runter. Und, dass die Massage die schlimmste meines Lebens war, darauf brauch ich auch nicht näher eingehen. Das allerschlimmste war aber das aufs Klo gehen, ich konnte mich einfach nicht hinhocken oder hinsetzen. Und ja mein erster Klogang war im Stehen im Wald :D Und in der Nacht konnte ich nicht am Bauch liegen, weil ich da auf meinen Oberschenkeln lag, die höllisch schmerzten. Jetzt aber die Preisfrage, die sich jetzt sicher alle stellen, die noch nie einen Marathon gelaufen sind: WARUM zur Hölle tut man sich so etwas an? 10 Tage danach bin ich zwar nicht mehr so benebelt, wie ich es die erste 3 Tage war, aber ES ist einfach GEIL (wenn man das DANACH ausblenden kann :D).


In Teil 2 möchte ich allgemeiner das Thema Marathon betrachten, warum es in den letzten Jahren so zum Hype geworden ist, warum fast jeder schon einen Marathon gelaufen ist oder so schnell wie möglich einen laufen will und warum es besser wäre einfach etwas geduldiger zu sein.



Dass unsere Ernährung beim Sport für Erfolg oder Niederlage sorgen kann, ist nichts Neues. Dass die richtige Verteilung der einzelnen Bausteine Kohlenhydrate, Proteine und Fette zum Erfolg führen kann, haben die meisten von euch auch schon gehört. Aber wie ist das eigentlich mit den Fetten? Einfach weglassen, weil sie “böse” sind und uns auch "fett" machen? Oder ist es genau umgekehrt, dass sie eigentlich lebensnotwendig sind? Und wie sieht es beim Sport aus - brauchen wir da unbedingt Fette? Fragen über Fragen, die eigentlich ganz leicht zu beantworten sind.

Fette bestehen aus Fettsäuren, die in gesättigte, einfach ungesättigte und mehrfach ungesättigte unterteilt werden. Als Sportler sollten wir 25-30% Fette am Tag zu uns nehmen, welche aus maximal 10% gesättigten (tierische Fette und gehärtete und feste Pflanzenöle), ca. 10-13% einfach ungesättigten (Oliven-, Rapsöl) und 7-10% mehrfach ungesättigten Fettsäuren (Lein-, Walnuss-, Sojaöl und Kaltwasserfische Makrele, Hering Lachs) bestehen sollen. Bei den ungesättigten Fettsäuren unterscheidet man wiederum drei Arten: 

  • Omega-9 Fettsäuren (können vom Körper selbst hergestellt werden, sonst Raps-, Olivenöl)
  • Omega-6 Fettsäuren (Maiskeim-, Sonnenblumen-, Distel- oder Kürbiskernöl) 
  • Omega-3 Fettsäuren (Raps-, Lein-, Soja-, Walnussöl und fette Fische). 

Das Verhältnis von Omega-3 und Omega-6 Fettsäuren sollte 1:5 sein, doch bei den meisten Menschen ist das Verhältnis eher 1:20, was Entzündungen im Körper fördern und gefäßverengend wirken kann.  .

Aus dem Grund sollte mehr auf die Aufnahme von Omega-3 Fettsäuren geachtet werden, denn wir wollen ja vor allem als Sportler keine Entzündungen im Körper riskieren. Den höchsten Gehalt an Omega-3 besitzt Leinöl (Öl aus Leinsamen) mit 70% - als Vergleich hat Rapsöl 9% und Lachs 4% Anteil an Omega-3 Fettsäuren. Aus dem Grund möchte ich mich in dem Artikel mit Leinöl beschäftigen.

Laut Forschungsergebnissen hat Leinöl die günstigsten Einflüsse auf die Gesundheit, weil es Entzündungen im Körper hemmt, die Blutgerinnung fördert, Blutgefäße erweitert, den Blutdruck und Blutfette reguliert und somit gegen Thrombose, Herzinfarkt und Schlaganfälle vorbeugt. Sogar gegen Krebs soll das Öl vorbeugend wirken und auch Ängste und Depressionen lindern.

Wie setzt man das Öl aber sinnvoll in seine Ernährung ein? Am einfachsten ist es natürlich, wenn man jeden Tag einen Esslöffel Leinöl zu sich nimmt, aber pur ist das natürlich nicht jedermanns Sache. Leinöl hat einen großen Nachteil - es ist zum Braten und Backen eher ungeeignet, weil es maximal auf 107°C erhitzt werden darf. Denn bei dieser Temperatur beginnt das Öl zu rauchen und es bilden sich gesundheitsschädliche Transfette. Auch beginnt das Öl nach dem Öffnen zu oxidieren, weswegen es relativ schnell ranzig wird, wenn es mit Luft und Licht in Berührung kommt. Aus dem Grund sollte man das Öl nach dem Öffnen dunkel und kühl (im Kühlschrank) lagern und schnell aufbrauchen (innerhalb von 2 Monaten). Wenn es ranzig riecht und fischig schmeckt ist es nicht mehr zum Essen geeignet.

Am besten ist Leinöl für Salatsaucen, Pesto und zur Verfeinerung von Suppen, Gemüse und Smoothies geeignet, wobei das Öl erst nach dem Kochen hinzugefügt werden sollte. In Kombination mit pflanzlichen Proteinen erhöhen sich auch die positiven Effekte des Öls. Um euch ein paar Inspirationen zu geben, habe ich weiter unten drei leckere Rezeptideen für euch kreiert.

Um auch die anfangs gestellten Fragen noch zu beantworten: Fette machen nicht gleich fett, wenn man die guten Fette zu sich nimmt (ungesättigte und am besten Omega 3 und in Maßen Omega 6). Fette sind für unseren Körper lebensnotwendig, da der Körper Omega-3 und Omega-6 Fettsäuren nicht selbst herstellen kann und für Prozesse im Körper unabdingbar sind. Beim Sport brauchen wir Fette, denn beim Grundlagentraining greift unser Körper die meiste Zeit auf Fette zu. Zwar ist es aus sportlicher Sicht weniger schlimm, wenn wir mal auf Fette verzichten, wenn wir Grundlagentraining machen, als auf Kohlenhydrate zu verzichten, wenn wir Intervalle machen, weil der Körper hat unendlich viele Fettdepots im Gegensatz zu einem kleinen begrenzten Kohlenhydratspeicher. Da aber Omega-3 Fettsäuren Entzündungen hemmen, ist es gut diese vorbeugend zu sich zu nehmen, denn vor allem, wenn man viel trainiert, ist die Verletzungsgefahr am höchsten.



Heidelbeer-Erdbeer Topfencreme mit gerösteten Nüssen und Leinöl


Zutaten für 1 Person
  • 125g Magertopfen
  • 75g Joghurt 0,1% Fett
  • 1 EL Leinöl
  • 1 Spritzer Zitronensaft
  • 1 TL Ahornsirup oder andere Süße
  • 50 g verschiedene Nüsse (Mandeln, Erdnüsse, Haselnüsse, Walnüsse, Cashewnüsse..)
  • 1 TL Hanfsamen
  • 75g Heidelbeeren
  • 2 Erdbeeren

  1. In einer heißen Pfanne Nüsse und Hanfsamen rösten und immer wieder durchschwenken bis sie Farbe bekommen, kurz abkühlen lassen
  2. Topfen, Joghurt, Leinöl, Zitronensaft, Süße in einer Schüssel verrühren
  3. Heidelbeeren und Erdbeeren waschen und auf dem Topfengemisch verteilen
  4. Nüsse auf den Topfen geben. Fertig.


Pita Pizza mit Avocado-Leinöl Guacamole


Zutaten für 1 Person
  • 1 Pitabrot
  • 1/2 Avocado
  • 1 TL Zitronensaft
  • 1 TL Leinöl
  • 1 Prise Chili
  • 1 Ei
  • Butter, Salz, Pfeffer

  1. Pitabrot im Toaster aufbacken
  2. Die Avocado mit einer Gabel zerdrücken und mit Zitronensaft, Salz, Pfeffer, Leinöl und Chili zu einer Art Guacamole vermengen
  3. In einer kleinen Pfanne ein wenig Butter zerlassen und ein Ei aufschlagen. Spiegelei zubereiten bis das Eiweiß gestockt ist.
  4. Guacamole auf dem Pitabrot verstreichen und mit dem Spiegelei garnieren.



Bunter Salat mit Leinöl Vinaigrette


Zutaten für 1 Person
  • 75g gemischter grüner Salat
  • 1 Tomate
  • 1 EL Leinöl
  • 2 EL Balsamico
  • 1 Spritzer Zitrone
  • 1/2 TL Senf
  • Salz, Pfeffer

  1. Öl, Essig, Zitrone, Senf, Salz, Pfeffer zu einer Vinaigrette verrühren
  2. Salat waschen, Tomate in Stücke schneiden
  3. Alles in einer Salatschüssel vermengen
Hier geht's zum Leinöl, das ich verwende: https://goo.gl/TkVC6g




Wie schon letztes Jahr saß ich, als ich mit diesem Blogartikel anfing, gerade im Zug und dachte über das vergangene Jahr nach. Während ich letztes Jahr voller Endorphine die Ziellinie des Jahr 2016 überquerte, saß ich dieses Mal da und fragte mich, was ich in den 12 Monaten bis hin zur Finishline besser machen hätte können.
2017 war sehr rasant – langweilig war mir definitiv nicht. Begonnen hat das Jahr, wie fast jedes Jahr, in Bad Gastein, nur leider ohne Snowboarden, weil ich mir im Dezember 2016 blöderweise in die Hand geschnitten hatte und dadurch weder schwimmen, noch Sportarten für welche ich meine Hand brauchte, ausführen konnte (Jänner). 
Doch zum Glück verlief die Heilung relativ gut und ich konnte bald wieder ins Schwimmtraining einsteigen, doch Fortschritte gab es leider vorerst nicht (Februar). 
Im März ging es dann mit ein paar Leuten vom Team Wechselzone für 6 Tage nach Mallorca auf Trainingslager, wo über 600km radelnd, laufend und schwimmend absolviert wurden und es mega Spaß machte eine Woche unter Gleichgesinnten zu trainieren. 
Im April lief ich wegen meiner Arbeit zum ersten Mal nicht beim Vienna City Marathon mit, sondern lief den 10km Lauf am Tag zuvor, den es zum ersten Mal gab, mit und konnte gleich mit einer Bestzeit von 43:07 brillieren. Es ging laufend total bergauf und ich konnte von Lauf zu Lauf spüren, wie ich immer besser und stärker wurde. 

Dann kam der Mai und mit dem Mai große Schmerzen in der Leiste und folgend im Knie. Das Runner’s Knee hatte mich glücklicherweise nur ca. 2 Wochen begleitet, weil ich schnell und gut reagierte und wusste, was zu tun ist. Doch der Leistenschmerz blieb und somit auch mal mein Lauftraining. Im Mai, Juni und Juli musste ich mich mit den verschiedensten Ärzten herumschleppen und ihre Meinungen zu meiner Leiste anhören. Von „du solltest besser mit dem Triathlon aufhören und das Laufen weglassen und somit Biathlon machen“ - WTF? bis „wenn ich diese Hüfte sehe und ans Laufen denke, wird mir schlecht“ konnte ich mir anhören und helfen konnte mir sowieso niemand, außer, dass eine weiche Leiste, die eigentlich nur Fußballer durch schnelle Ausweichbewegungen und Schüsse, bekommen können. Somit verzichtete ich den restlichen Mai mal aufs Laufen und musste auch meinen Staffellaufpart beim Ironman 70.3 in St.Pölten wehmütig gegen den Schwimmpart tauschen, aber einen Halbmarathon konnte ich zu dem Zeitpunkt definitiv nicht absolvieren. 
Ende Mai und im Juni verzichtete ich auf das Laufen im Training (nur kurze Koppelläufe) und lief nur die Wettkämpfe, bei denen ich schon angemeldet war und hatte glücklicherweise keine Schmerzen, obwohl ich die Leiste spürte. Wenn aber nach einem Wettkampf 5 Mädels zu dir herkommen und dich fragen, ob du einem Motor im Fahrrad hast oder was du genommen hast und du nach Eva Wutti die zweitbeste Radzeit hast, dann weißt du, dass beim Radeln einiges weitergegangen ist – zumindest das 😊 Auch ging es mir bei meinen ersten beiden Europameisterschaften in Kitzbühel (Olympisch), zwar mit erster Penalty Strafe, für die ich definitiv nichts konnte, und in Düsseldorf (Sprint) erstaunlich gut.
Im Juli hatte ich dann endlich meinen langersehnten Termin beim Ostheopathen/Physiotherapeut und er schaffte es mit nur wenigen Sitzungen meine Leiste wieder zu beruhigen und er verschrieb mir sogar laufen, weil er meinte, dass wir nur so sehen, ob es besser geworden ist. Also wurde wieder weitertrainiert, bevor die letzten Wettkämpfe im August und September anstanden. Nach einem erfolgreichen Krems Triathlon (August) wurde ich 5. Frau und bekam durch die mühsame Strecke bei der 4 verschiedene Untergründe durchlaufen werden, Knöchelprobleme und konnte dadurch wieder nicht laufen. 
Gerade als die Probleme wieder weg waren, wurde ich krank (Ende August) – Stirnhöhlenentzündung. Somit waren mal wieder 2 Wochen im Bett angesagt. Der Wettkampf auf den ich mich am meisten freute und ich mega motiviert war (Wien Triathlon Sprint und Olympisch) kam immer näher und die Entzündung wurde nicht wirklich besser. In der Früh des Wettkampfes ging es mir viel besser und ich entschied ich mich gegen jeglichen Rat zu starten und wusste was ich gesundheitlich aufs Spiel setzte, aber ich wollte es riskieren. Ich wollte Landesmeisterin in meiner Klasse werden. Zuerst war die Olympische dran und ich spürte schon beim Radeln, dass es nicht so ging, wie ich wollte. Das Laufen war aber mit Abstand das schlimmste, was ich jemals gemacht hatte, weil ich nur mehr husten musste und mich Schritt für Schritt durch die Kilometer schleppte. Im Ziel glühte ich, aber ich hatte es geschafft. Nach ca. 30 Minuten war plötzlich alles weg und ich fühlte mich gesund und startete somit auch auf der Sprint. Dort ging es mir von Anfang an super und ich konnte am Rad nochmal Gas geben. Beim Laufen ging es viel besser, auch wenn die Muskeln schon sehr beansprucht waren, aber ich hatte keinerlei Probleme. Im Ziel angekommen konnte ich mich freuen, dass ich es heil überstanden hatte und ich wurde auch noch Overall Sprint und in der OD in meiner Klasse Landesmeisterin und 1. bei der Doppelwertung und darf mich somit „Queen of Vienna“ nennen 😉 
Im September wurde dann noch meine Arbeitsstelle mit 30.11 gestrichen, was ich sehr schade fand, da ich meinen Job liebte. Aber wie sagt man so schön – wenn sich eine Türe schließt, öffnet sich eine neue – und ich beschloss die Triathlontrainerausbildung bei Tristyle zu machen. 
Im Oktober stand noch der Köln Halbmarathon an, wo ich wusste, dass keine neue Bestzeit rausschauen kann. Bis KM 11 ging es gut, danach war nur mehr sterben angesagt und ich schleppte mich mit 1:37 ins Ziel, mit einer Zeit, mit der ich nach den verletzungs- und krankheitsbedingten Monaten mehr als zufrieden war. Dann ging es in die verdiente Offseason und 3 Wochen Pause von Schwimmen, Radeln und Laufen war angesagt.

Nach der Offseason ging es Ende Oktober nach Sri Lanka und das Laufen war wieder angesagt. Jedoch war das dort mehr eine Qual durch die hohen Temperaturen und die hohe Luftfeuchtigkeit. Richtiges Training war das definitiv keines, aber zumindest konnten wir Surfen und uns erholen. Aber schon dort merkte ich, dass irgendetwas nicht mit mir stimmte (November). Ich war dauermüde, obwohl ich viel schlief und ich fühlte mich dauernd wie in einer Blase. Ich tippte zuerst auf Eisenmangel und ließ mich dann gleich in Wien wieder testen. Doch das war anscheinend nicht der Grund. Ich begann wieder mit strukturiertem Training und da ich kaum mehr Arbeit hatte mit zwei Einheiten pro Tag. Doch es passte einfach nichts. Beim Laufen und Radeln stieg der Puls gleich nach ein paar Minuten auf 170 obwohl ich ganz langsam startete und beim Schwimmen dachte ich die ersten 10 Minuten, dass ich ersticken würde. Zudem war mir dauerkalt, ich hatte Konzentrationsschwierigkeiten, konnte keinen Gesprächen länger als 2 Minuten folgen und das Blasengefühl hatte ich noch immer. Das schlimmste aber waren die extremen Kopfschmerzen, die ich so nicht gewohnt bin. Also ging ich zu meiner Ärztin, die sofort, das schlimmste befürchtete und mich fragte, ob ich vlt mal krank trainiert hatte. Öhm..ja..vielleicht, war meine Antwort, geistig die Finishline vom Wien Triathlon vor Augen. Ihr Verdacht war eine Herzmuskelentzündung ohne zu wissen, was ich meinem Körper im September angetan hatte. Sie schickte mich gleich mal zum Lungenröntgen, zur Schilddrüsensonografie, zum Kardiologen und zu diversen Blut- und Pipiabnahmen. Alles war in Ordnung (meine Schilddrüse laut Arzt perfekt, meine Lunge gut trainiert und mein Herz wunderschön) bis auf meine Schilddrüsen Antikörper Werte, die etwas erhöht waren. Und das war anscheinend auch mein Problem, denn auch wenn die Werte nicht so hoch sind, wie bei Personen, die unter der Hashimoto-Autoimmunerkrankung leiden, könnte es der erste Schub gewesen sein. Denn die Symptome wiesen darauf hin. Es waren die 5 schlimmsten Wochen meines Lebens. Wenn du weißt, es stimmt etwas nicht, du deinen Körper nicht steuern kannst, sondern du einfach nur Passagier bist, aber du einfach nichts machen kannst. Oft konnte ich einfach nicht anders und musste einfach heulen - einmal sogar während eines Laufes, weil jeder Meter einfach nur weh tat. Zwar wurde es dadurch nicht besser, aber ich konnte so zumindest etwas Druck abbauen. Nach 5 Wochen (Dezember) war alles wieder vorbei und von einem Tag auf den anderen ging es mir wieder gut, ohne, dass ich explizit etwas dagegen gemacht hatte. Die Werte beim Laufen gingen wieder hinauf, ich merkte, wie ich beim Stufensteigen wieder Kraft hatte und auch das Schwimmen ging wieder ohne Luftprobleme. Auch das Kopfweh und die anderen Probleme verschwanden und ich konnte wieder normal trainieren… 
BIS ich wieder mit Husten angesteckt wurde und somit wieder vor Weihnachten aussetzen musste. Es war mir definitiv eine Lehre, nach dem ganzen Ärztemarathon, weswegen ich krank definitiv nicht mehr trainiere. Somit fiel leider auch der Silvesterlauf in Klagenfurt flach. Seit ein paar Tagen kann ich aber wieder locker trainieren und laut den Werten hat mir die Pause auch gut getan. 😊 Somit bin ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge an der Finishline 2017 angekommen und habe es im Gefühl, dass der nächste Jahresmarathon nur besser werden kann. Vor allem weil viele neue Herausforderungen anstehen - wie der erste Marathon und die erste Mitteldistanz, denen ich beide mit viel Respekt entgegen schaue.



Wer mich kennt, der weiß, dass mein absoluter Lieblingsschuh für den Triathlon und für die Freizeit der On Cloud ist. Als ich gehört habe, dass der Cloud weiterentwickelt werden würde, um daraus einen Performance Schuh zu machen, war ich richtig aus dem Häuschen. Mein Lieblingsschuh, nur noch besser? Ich konnte mir nicht vorstellen, dass man den Schuh noch verbessern konnte, außer ihn etwas resistenter zu machen, weil er sich relativ schnell abnützt, wenn man ihn in der Freizeit und im Triathlon trägt (so wie ich es mache).

Natürlich musste ich ihn gleich haben, um ihn auszuprobieren. Als ich ihn dann endlich in den Händen hielt, fiel mir sofort die Ähnlichkeit zum Cloud im Design auf, jedoch hatte sich im Schnitt einiges verändert. Einerseits wurde er viel schmäler und schnittiger – ich würde schon fast das Wort „raciger“ in den Mund nehmen - und der Schuh als Ganzer sieht mehr wie ein Laufschuh aus. Ich würde meinen, dass der Cloud sich von einem Freizeitlaufschuh zu einem Performance-Laufschuh entwickelt hat. Vor allem ist er auch leichter geworden als sein Vorgänger, obwohl der Cloud kaum Gewicht auf die Waage brachte.

Sofort sprang mir die neue Sohlenkonstruktion ins Auge, denn die sah etwas anders als bisher aus. An den Clouds, die bei mir am schnellsten abgenutzt waren, weil da die Energieübertragung am höchsten ist, sind jetzt Verstärkungen verarbeitet, die auch noch für zusätzlichen Grip bei Nässe sorgen -  somit ist auch eine längere Lebenszeit gesichert. Auch haben sich die Formen der Clouds verändert und sind jetzt in der Mitte nicht gerade abgeschnitten, sondern in V-Form, sodass keine oder weniger Steine hängen bleiben können. Ich bin mit dem Schuh jetzt 5x gelaufen und hatte noch keinen einzigen Stein im Schuh, was aber auch Zufall gewesen sein könnte.

Das Obermaterial ist wohl die größte Veränderung zum Cloud. Es ist weicher und besteht aus zwei verschiedenen Schichten, das den Fuß umschließt wie eine Socke und gleichzeitig auch atmungsaktiver ist. Diese Luftigkeit spürt man vor allem beim Laufen. Auch stellte bei manchen Personen beim Cloud das Obermaterial ein Problem dar, weil es beim Abrollen einen Knick seitlich verursachte und so das Material mit der Zeit kaputt wurde. Das kann mit dem neuen Mesh-Material nicht mehr passieren.

An der Ferse wurde eine Fersenkappe eingearbeitet, die gut von außen erkennbar ist. Dadurch sitzt der Schuh besser am Fuß, bietet mehr Halt und man steht allgemein stabiler im Schuh. Durch die Schuhbänder, die die Gummibänder (leider) ersetzen, kann die Schnürung individueller angepasst werden und man rutscht nicht im Schuh herum. Auch ist der Abschluss des Schuhs und die Zunge weniger gepolstert, wobei, wenn man innen in den Schuh reinschaut, sieht man, dass kleine Pölsterchen eingebaut wurden, die den Knöchel präziser stützen. Wenn wir schon im Schuh sind, ist auch die Einlegesohle sehr auffällig, denn sie besteht nun aus zwei Teilen und passt sich dadurch dem Fuß besser an – man spürt die zusätzliche Dämpfung und den besseren Halt.


Natürlich habe ich den Schuh nicht nur genauestens inspiziert, sondern bin damit auch gelaufen.  ;) Wenn man hineinschlüpft spürt man sofort, wie gut der Schuh nun sitzt. Während ich vorher diese lockere Passform ganz gern gehabt habe, kristallisierte sich aber auf den ersten Metern schon heraus, dass ich den festeren Sitz und Halt dann doch bevorzuge und ich nicht im Schuh herumrutsche. Beim Loslaufen gibt der Schuh die Richtung an und zwar nach vorne, denn die Sohle sorgt für ein perfektes Abrollen und verhindert somit ein umknicken nach innen oder außen. Auch ist die Sohle härter und dadurch direkter geworden, die aber trotzdem gut gedämpft ist und somit einem längeren Lauf nichts im Wege steht. Wobei ich finde, dass er am liebsten schnell unterwegs ist.

Wie schon im Cloud gibt es wieder eine Innensockenkonstruktion, womit der Schuh auch ohne Socken laufbar ist und somit für meine nächste Triathlonsaison hoch auf der Liste stehen wird. Wie ich weiter oben schon erwähnt habe, ist die Polsterung am Abschluss der Oberkante dünner geworden. Das ist ein Punkt, der mir leider etwas negativ aufgefallen ist, denn beim ersten Lauf hat mir der Schuh am äußeren Knöchel leichte Schmerzen bereitet. Zwar ist es beim zweiten und dritten Lauf besser geworden, aber den Abschluss finde ich trotzdem nicht ganz gelungen und das ist auch der einzige Minuspunkt, den ich am Cloud X gefunden habe.

Dadurch, dass die Konstruktion allgemein stabiler geworden ist und mehr Halt gibt, ist der Schuh auch perfekt für das Fitness Studio bzw. für Workouts zu Hause oder auf der Straße geeignet. So kann man ohne Probleme Körpergewichtsübungen machen ohne dabei den Halt zu verlieren. Bei schweren Gewichtsübungen sollte man aber zu geeigneterem Schuhwerk greifen, aber Laufschuhe sind dafür allgemein nicht geeignet. So steht einem spontane Workout während dem Laufen auch nichts mehr im Wege.

Fazit


Der neue Cloud X verkörpert Lifestyle und Performance in einem Schuh. Er wurde vom Freizeitlaufschuh zum Performance-Laufschuh weiterentwickelt.  Auch wenn die Grundidee, die gleiche geblieben ist, hat sich am Schuh einiges geändert. Für mich stellt er einen Laufschuh dar, der sowohl in der Freizeit, wie auch im (Fitness-)Training getragen werden kann, aber auch gleichzeitig ein Wettkampfschuh für Bestzeiten sein kann (werde ich natürlich beim nächsten Wettkampf gleich testen ;)). Auch wenn die Abschlüsse seitlich an den Knöcheln einen Minuspunkt darstellt, weil die Polsterung einfach zu dünn ist und deswegen einschneiden kann, macht er das mit vielen Neuerungen, wie zum Beispiel den stabileren und festeren Halt, die schmälere und schnittigere Form und das bessere Obermaterial, wieder gut. Besser kann ein Laufschuh nicht sein, wie ich finde.

Alle weiteren Infos zum On Cloud X gibt es hier: On Cloud X